Moderation & Konfliktlösung
No Comments Ist bei Ihnen im Unternehmen Mediation auch “state of the art”?
“Deutsche Unternehmen entdecken die Mediation“, so betitelte die Financial Times Deutschland vorgestern einen Artikel. Weiter heißt es “Mediation galt hierzulande lange als Kuschelpädagogik. Doch internationaler Druck zwingt deutsche Firmen zum Umdenken.” (Financial Times Deutschland, 14.04.2010).
Mediation hat in der Tat nichts mit Kuschelpädagogik zu tun, wenn sie professionell durchgeführt wird. Es ist vielmehr ein sachliches und klar strukturiertes Verfahren zur effektiven und vertraulichen Konfliktlösung.
Am gleichen Tag widmete sich auch Der Tagesspiegel dem Thema Mediation mit seinem Artikel “Wenn zwei sich streiten, hilft der Dritte“:
“[...] Es gehe darum, die Interessen beider Seiten auszuloten und diese zur Einigung zu bewegen. Anders als in Schlichtungsverfahren, die mit Empfehlungen oder verbindlichen Schiedssprüchen enden, mache der Mediator in der Regel nicht einmal eigene Lösungsvorschläge. Trotzdem funktioniere die Methode besser: „Ich kenne keinen Fall, in dem nach der Mediation eine Zwangsvollstreckung nötig wurde.“ Bei Schiedsverfahren habe er dies öfters erlebt. Nur für aggressive Streithähne sei die Mediation ungeeignet: „Ans Schienbein treten geht hier nicht so gut.“
Die Kosten betragen laut Jung rund 800 bis 2500 Euro und werden überwiegend nach Stundensätzen berechnet; manchmal hängt das Honorar zudem von der Bedeutung des Falls ab. Nicht nur Juristen können Mediatoren sein, sondern zum Beispiel auch erfahrene Unternehmer. „Die Berufsbezeichnung ist nicht geschützt“, sagt der Anwalt. Strittig sei auch, wie viele Unterrichtsstunden an einem Fachinstitut ausreichend für die Tätigkeit qualifizieren. Jung hält mindestens 200 Stunden für nötig.” (Der Tagesspiegel, 14.04.2010)
Ich teile die Einschätzung, dass eine fundierte Ausbildung als Mediatorin oder Mediator erforderlich ist. Gerade die Haltung des Mediators, die Fähigkeit sich zurück zu nehmen und allparteilich auf beiden Seiten zu stehen, braucht viel Übung. Ich halte es für unwahrscheinlich, dass man als Anwalt schnell und einfach zwischen beiden Rollen wechseln kann. Genau aus diesem Grund habe ich mich dafür entschieden, meinen Tätigkeitsschwerpunkt auf die Mediation zu legen und nicht mehr als Prozessanwalt zu arbeiten.
Wie sieht es in Ihrem Unternehmen aus? Haben Sie einen Konfliktmanager? Arbeiten Sie mit einem Mediator oder einer Mediatorin Ihres Vertrauens zusammen? Sind Ihre Mitarbeiter, insbesondere diejenigen mit Personalverantwortung im Umgang mit Konflikten geschult?
Warum länger warten? Konflikte sind ganz normal, also sollte es die professionelle Konfliktlösung auch sein. Nehmen Sie die Sache noch heute in die Hand und informieren Sie sich. Gerne auch bei mir