Bilder & Geschichten
No Comments Wie alles begann
Angestellte Anwältin in einer internationalen Großkanzlei mit der Möglichkeit, nebenbei seine Doktorarbeit im Völkerrecht schreiben zu können – was will man mehr, könnte man fragen. Na ja, jedenfalls dann, wenn man Juristin ist und sich für das Völkerrecht interessiert.
Es ging nicht um mehr, es ging um „anders“. Raus aus der Welt der Anwälte, raus aus der Welt der Professoren, die beide auf ihre Art in jeweils eigenen Welten leben, von denen ich feststellen musste, dass beide nicht meine sind. Weder dass rein theoretische Arbeiten noch die Welt der Großkanzlei liegt mir.
Versucht dazu zu gehören, habe ich. Ich bin gescheitert und inzwischen dankbar dafür. Stellte sich nur ein klitzekleines Problem: Was nun? Studium und Referendariat waren fertig, gute Examina lagen vor – wie soll man die denn jetzt nutzen?
Es half alles nichts, ich musste „zurück auf Anfang“ und ganz neu rauskriegen, was ich eigentlich will. Eine Frage, bei der ich jedem nur ans Herz legen kann, sie sich häufiger mal zu stellen.
Mit der Befürchtung, es könne sich um esoterischen Unsinn handeln, bin ich nach einiger Zeit auf die Mediation gestoßen und habe es – damals noch in Stuttgart – versucht. Mit dem Ergebnis, dass ich zum ersten Mal das Gefühl hatte, angekommen zu sein. Zu wissen, was ich wollte. Und konnte.
Mir sind noch nie so unterschiedliche und faszinierende Menschen begegenet, wie die Mediatoren, die so nett waren, mich einen Tag lang bei einer Art Supervision (praktische Übung und Austausch) mitmachen zu lassen.
Auch die Systematik des Vorgehens, die klare Struktur und vor allem die Ergebnisse dieser Form der Konfliktlösung, bei der es endlich wieder um den Menschen und nicht mehr um den bessere Anwalt, die dickere Brieftasche oder ganz allgemeine Rechtsnormen ging, hatten mich gepackt. Und dann ging es los…